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Hautwissen · 4 Minuten

In welche Hautschicht wird tätowiert?

Beim Tätowieren wird Pigment nicht einfach auf die Haut gemalt. Die Nadel bringt es durch die Oberhaut in die darunterliegende Lederhaut. Genau diese Position ist entscheidend dafür, dass ein Tattoo dauerhaft sichtbar bleibt.

Die Haut in drei Schichten

Die äußerste Schicht heißt Epidermis oder Oberhaut. Sie bildet die Schutzbarriere des Körpers und erneuert sich fortlaufend. Darunter liegt die Dermis, auch Lederhaut genannt. Sie besteht aus stabilem Bindegewebe und enthält unter anderem Blutgefäße, Nerven, Haarwurzeln sowie Schweiß- und Talgdrüsen. Noch tiefer liegt die Unterhaut mit Fett- und Bindegewebe.

Würde Farbe nur in der Oberhaut liegen, würde sie durch die natürliche Erneuerung und Abschuppung vergleichsweise schnell wieder verschwinden.

Wo das Tattoo sitzt

Tattoo-Pigmente werden überwiegend in die Dermis eingebracht. Dort nehmen unter anderem Fresszellen des Immunsystems, sogenannte Makrophagen, Pigmentteilchen auf. Auch andere Zellen und Strukturen im Gewebe können Pigmente festhalten.

Die richtige Arbeitstiefe ist wichtig: Zu oberflächlich eingebrachte Farbe hält schlechter. Gelangt Pigment zu tief in lockeres Unterhautgewebe, kann es sich sichtbar über die ursprünglich geplante Linie hinaus verteilen. Umgangssprachlich wird dieses Verlaufen als „Blowout“ bezeichnet.

Die Haut ist nicht überall gleich dick

Unsere Haut hat nicht an jeder Körperstelle dieselbe Dicke. Außerdem muss man unterscheiden, ob nur die Oberhaut oder die gesamte Haut aus Oberhaut und Lederhaut gemeint ist. Selbst innerhalb eines kleinen Bereichs können sich die Verhältnisse verändern.

Vergleichsweise dünne Haut findet man zum Beispiel an den Augenlidern. Auch im Gesicht und an der Innenseite des Unterarms ist die Lederhaut im Durchschnitt eher dünner. Dickere Haut findet man unter anderem am Rücken und im Lendenbereich. Handflächen und Fußsohlen besitzen vor allem eine besonders dicke Oberhaut, die auf starke Belastung ausgelegt ist.

Diese Beispiele sind nur eine Orientierung. Körperstelle, Alter, individuelle Haut, Narben und andere Faktoren beeinflussen die tatsächliche Beschaffenheit. Deshalb wird die Arbeitstiefe beim Tätowieren nicht mit einem einzigen festen Millimeterwert für den ganzen Körper festgelegt, sondern an Haut und Körperstelle angepasst.

Schematische Darstellung von Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut mit Tattoo-Pigment in der Lederhaut
Vereinfachtes Schema: Tattoo-Pigment liegt überwiegend in der Lederhaut. Die Schichten sind nicht maßstabsgetreu und je nach Körperstelle unterschiedlich dick. KI-generierte Illustration – keine reale Aufnahme.

Warum Tattoos dauerhaft bleiben

Die Dermis erneuert sich anders als die Oberhaut. Viele Pigmentteilchen bleiben deshalb langfristig im Gewebe. Stirbt eine pigmenthaltige Makrophage ab, können andere Makrophagen frei werdende Teilchen erneut aufnehmen. Dieser Zellwechsel trägt nach heutigem Forschungsstand dazu bei, dass das Motiv sichtbar bleibt.

Ganz unverändert bleibt ein Tattoo trotzdem nicht: Hautalterung, UV-Strahlung, Körperveränderungen und natürliche Umbauprozesse können Konturen und Kontraste über Jahre beeinflussen.